Sonntag, 13 Juli 2014 11:52

Ein Schicksal unter der Lupe

Nikiziwe Cele, geboren am 3. Juni 1996, wuchs in Stanger, nördlich von Durban, mit 4 Geschwistern auf. Ihr Vater ist gestorben als Sie noch ein Baby war. Sie ist die Jüngste der 5 Kinder.

nikiziwe home

Im Jahr 2009 wurde ihre Mutter krank. Innert eines Jahres wurde es so schlimm, dass die Mutter nicht fähig war, weiter für Nikiziwe zu sorgen. Anfang 2010 schickte sie das damals 14 jährige Mädchen zu ihrer ältesten Tochter, die verheiratet ist und in Boboyi lebt, ein Dorf 10 Minuten ausserhalb Port Shepstone. Ende 2010 starb Nikiziwe's Mutter.

Unter sehr einfachen Verhältnissen sorgt ihre Schwester mit Mann für Nikiziwe. Der Ehemann arbeitet in einem kleinen Bauunternehmen, ihre Schwester kocht an der High School für die Jugendlichen.

In ihrem einfachen Zuhause, in einem kleinen Backsteinhaus mit nur einem Raum, einem Pit-Klo ausserhalb des Hauses, lebt Nikiziwe sehr einfach. Gekocht wird auf einem Paraffin Kocher und in einem alten Kühlschrank, der nicht mehr läuft, wird das spärliche Essen aufbewahrt. Strom gibt es natürlich auch nicht, das könnte sich die Familie auch nicht leisten.

Nikiziwe geht eigentlich gerne zur Schule. Leider ist auch die Schule sehr einfach eingerichtet. Es gibt keine Computer, also auch keinen Zugang zum Internet, auch keine Bibliothek ist vorhanden. Nikiziwe hat eine sehr nette Lehrerin, die sie bestärkt, wirklich hart zu arbeiten und zu lernen. Aber für was? Nikiziwe weiss nicht was sie lernen soll. Ihre Schwester unterstützt sie wo immer sie kann, hat aber nicht die Fähigkeit, mit Nikiziwe über die Zukunft zu diskutieren.

Boboyi ist eine sehr arme Gegend. Die meisten Jugendlichen hier sind Waisen, ohne Zukunftsaussichten und viele haben die Schule verlassen und versuchen ihr Glück auf der Strasse, mit Gelegenheitsjobs. Die Gefahr, in die Drogenwelt und Prostitution abzustürzen ist gross.

2012 kommt Nikiziwe mit 10 anderen Jugendlichen aus dem Dorf Boboyi ins YES Programm. Sie ist sehr still und zurückhaltend, abwartend, was da auf sie zukommt. Nach den ersten 2 Tagen, beginnt sie zu Lachen, und mit ihren Mit-Studenten zu reden, und sie öffnet sich auch bei unseren Instruktoren. Ein Teil der Ausbildung ist die Hühnerzucht. Sich um die kleinen Bibeli zu kümmern, gibt Nikiziwe viel Vertrauen und Freude. Das gesamte Programm dieser Woche lässt Nikiziwe stärker werden, mit Freude geht sie zurück in ihr Dorf, mit dem Wissen, es gibt so viele Interessante Dinge zu lernen und zu erfahren, und es ist auch für mich möglich.

Zurück in der Schule, rapportiert uns die Lehrerin, Nikiziwe bringe sich im Unterricht viel mehr ein, lerne mit mehr Enthusiasmus, und wenn immer die Möglichkeit besteht, borgt sie ein Buch der Lehrerin und liest es zuhause. Sie liest viel, ist viel für sich alleine im einzigen Raum im Haus.

2013 sehen wir Nikiziwe wieder innerhalb des YES-Programmes im Take-off Camp. Vom ersten Tag an bringt sich Nikiziwe ein, fragt viel mit grossem Enthusiasmus. Die vielen Gespräche und das Aufzeigen von Berufsmöglichkeiten, lässt in Nikiziwe den Gedanken aufkommen, sie möchte Buchhalterin werden. Der Wunsch ist das eine, die Fähigkeiten dazu das andere. Bei unseren regelmässigen Besuchen und dem Coaching, besprechen wir mit Nikiziwe ihre Noten und ihre Fortschritte. Sie ist keine Musterschülern, aber sie arbeitet hart für ihr weiterkommen. Rechnen, Buchhaltung, das sind ihre besten Noten. Wir unterstützen Nikiziwe in dieser Richtung.

2014, im April, kommt Nikiziwe in unser Finale Camp mit 24 anderen High Schoolern. Diese Gruppe schliesst in diesem Jahr mit der Matur ab, es ist also die letzte Chance, sie auf das Studien-/Berufsleben vorzubereiten.

Nach dieser intensiven Workshop-Woche verlässt uns Nikiziwe mit einer sehr klaren Karriereplanung: Plan A, und Plan B. An einem Abend während dieser Woche, kommt Nikiziwe zu uns. Scheu sagt sie uns, sie wolle immer noch Accountant (Buchhalterin) werden, aber wie könne sie sicher sein, dass dies wirklich der Beruf ist, der ihr Freude machen wird? Wir versprechen ihr, dass wir einen Platz zum Schnuppern für sie finden werden. Die Jugendlichen werden nach diesem Camp mit dem Auftrag entlassen, gemäss ihrer Planung, sich nun unbedingt dringend an den entsprechenden Berufsschulen und Universitäten für einen Studienplatz zu registrieren. Wir sind ihnen behilflich dabei, die Initiative muss allerdings von den Jugendlichen kommen.

Juli 2014, 3 Wochen Schulferien in Südafrika.

Letzte Woche war Nikiziwe für 4 Tage in der Buchhaltungsfirma City Insurance Bookkeepers, in Port Shepstone.

Nach diesen 4 Tagen kommt Nikiziwe zu uns. Sie ist kaum mehr wiederzuerkennen. Sie strahlt über das ganze Gesicht. Begeistert schildert sie uns, was sie alles machte und lernte. Das Feedback der Betreuungsperson bei City Bookeepers hätte nicht besser ausfallen können: Nikiziwe war sehr interessiert, kommunikativ, stellte kritische Fragen, war zuverlässig, pünktlich und ihr Auftreten und Benehmen beeindruckend.

Nikiziwe lacht: Nun weiss ich, ich bin auf dem richtigen Weg und ich werde es schaffen! Ohne das YES Program, wäre Nikiziwe nicht wo sie jetzt ist.

UBUNTU = ZUSAMMEN! Ayoba hat es möglich gemacht. Danke!

UNTERSTUETZE EIN WAISENKIND - RETTE EIN LEBEN !

Schaut Nikiziwe's Bericht hier:

http://youtu.be/9dylpU7Ejss

 

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Published in YES Blog