Eine Fahrt über Land und Besuch in der Nositha Primary School

Rate this item
(0 votes)
Written by  Published in: AYOBA Life Stories

Zusammen mit Lukas Spinner und einer Freundin aus Gais besuchte ich im Dezember 2015 als Vorstandsmitglied des Vereins ayoba das Sweetdale Camp.

Eine ganz eindrückliche Erfahrung war unser Besuch der Primary School von Nositha, in einem sehr ländlichen Bezirk mit verstreuten Behausungen in der Nähe vom Sweetdale Camp.

Sweetdale betreut Schulklassen dieser Schule mit Ausbildungswochen für praktische Tätigkeiten, welche im Klassenraum nicht durchgeführt werden können, auch als Unterstützung für den nationalen Lehrplan.
Mit diesen Ausbildungen werden SICHERHEIT VERBINDLICHKEIT RESPEKT KRITISCHES DENKEN und nicht weniger wichtig GO FOR IT (tu es) and ENJOY (geniesse es) gelehrt.

Als zusätzliche Ergänzung bietet ayoba im Rahmen der Unterstützung der Waisen auch Kurse für Lehrpersonen an, mit demselben Inhalt. So wissen die Lehrer genau, was den Schülern vermittelt wird.

Wir durften einen eindrücklichen Tag erleben mit Sibylle und Roland Wenger. Sie fuhren mit uns durch die wunderbare subtropische Hügellandschaft mit seinen verstreuten Behausungen.

hanna 1 hanna 2

 

Ich erfreute mich an unzähligen, typisch afrikanischen Bildern. Sie öffneten mein Herz auf eine Weise, wie ich es einfach nur von diesem Teil der Welt kenne. Die Kinder – wir sahen fast nur Kinder, die meisten sind Waisen – sind fröhliche, winkende, hübsche, kleine Menschen mit ihrem gewinnenden Lachen. Einige davon, selbst noch Kinder, trugen einige ihre kleinen Geschwister auf dem Rücken. Sie waren beim Wasser holen, beim spielen, beim waschen. Die zu trocknende Wäsche hängt dann überall an Büschen und an kleinen Bäumen.

hanna 3 hanna 5

Eine Gruppe von Knaben im Alter von 6 – 10 Jahren hat sich selbständig gemacht und die Löcher in der schlechten Strasse aufgefüllt. Roland händigte ihnen einen kleinen Lohn aus, sie waren überglücklich. Learning by doing.

Die Schule, welche wir dann besuchten, ist sehr einfach. Das Schulzimmer ist etwa halb so gross wie ein Schulzimmer in der Schweiz. Mehr als 80 SchülerInnen wurden im letzten Jahr pro Klasse darin unterrichtet. Ich kann mir schlicht nicht vorstellen, wie das ging.
Sie sind jetzt alle in den Sommerferien. Etwa vier Lehrerinnen waren aber da und korrigierten noch Arbeiten.
Eine von ihnen ist uns „Red und Antwort" gestanden. Ihre Augen haben geleuchtet beim Erzählen über die Wirkung des ayoba-yes-programms auf die Schüler. Es war ihr ein grosses Anliegen, ihre Dankbarkeit auszudrücken. Sie machte das so rührend, dass wir ganz betroffen waren.

In der zur Schule gehörenden Küche werden jeweils in Riesentöpfen warme Mahlzeiten zubereitet. Die Betreuer versuchen die Kinder möglichst gesund zu ernähren. Sie zeigen ihnen auf, wie wichtig es ist, sich auch mit Gemüse zu ernähren. Für viele der Kinder ist dies die einzige richtige Mahlzeit am Tag und auch ein wichtiger Grund, die Schule zu besuchen.

Last but not least: Seit Frühling 2015 besitzt die Schule eine elektronische Bibliothek in einem aufgerüsteten und fröhlich bemalten alten Schiffs-Container. Connie, die Tochter von Wengers, hat diesen zusammen mit der Schülerschar gestaltet und bemalt.

hanna 4 hanna 6


Er beherbergt etwa acht Computer. Die SchülerInnen ab grade seven können sich an diesen zu verschiedensten Themen weiterbilden. Die Geräte sind natürlich sehr langsam. Ich bin erstaunt, dass es überhaupt Zugang zu Strom gibt. Wie durch ein Wunder hat ihn Roland hierher gezaubert!

Noch verklärter werden die blitzenden Augen der Lehrerin, wenn sie erzählt, was sie selbst mit und durch die Anwendung der Computer alles lernt.

Nach sieben Jahren Primary School besuchen die Kinder die High School. Der Weg ist weit, 1 1/2 Stunden zu Fuss. Sie sind also täglich drei Stunden unterwegs durch die schöne Hügellandschaft mit den verstreuten Behausungen.

Roland hat uns auch neue Bretterbuden gezeigt. Das sind Hühnerställe. Die Schüler haben bei ayoba alles über Hühnerzucht gelernt und sind nun daran, in Dreiergruppen sie praktisch auszuführen. ayoba ist unterstützend dabei.
Mit dem Verkauf der Hühner – auch das muss gelernt sein – wird ein Einkommen für viele Menschen garantiert. Daneben ist Hühnerfleisch ein guter Eiweisslieferant.

Gärten werden terrassiert angelegt, verloren gegangenes, altes Wissen wieder hervor geholt. So viele Kinder sind auf sich selbst gestellt oder werden von Verwandten betreut, manchmal mehr als Verdingkinder gehalten auch oder als billige Arbeitskraft missbraucht.
Diese Ersatzeltern und Verwandten werden von ayoba dreimal pro Jahr miteinbezogen und über das informiert, was in den Kursen vermittelt wird. Nur mit der Integration der Erzieher der Kinder ist Nachhaltigkeit möglich.

Wir sind sehr beeindruckt und dankbar für alles, was an Hilfreichem und Unterstützendem mit den Spendengeldern vom ayoba-Hilfswerk geschieht. Es war ein Geschenk, alles vor Ort zu sehen. Ich möchte mich nochmals ganz herzlich bedanken bei Sibylle und Roland, dass sie uns alles gezeigt haben. Wir hatten einen sehr guten Einblick in ihre grossartige Tätigkeit erhalten, welche sie und ihr Team leisten.

hanna 8

Gais, im Dezember 2015

Hanna Ingold

Read 1127 times Last modified on Montag, 14 März 2016 17:06