Die lange Nacht der Neuausrichtung Teil 2

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Written by  Published in: AYOBA Life Stories

Die Lange Nacht der Neuausrichtung Teil 2

Nach dieser ersten im Freien und der Dunkelheit verbrachten Nacht, ohne viel Schlaf, dafür umso mehr Gespräch und Auseinandersetzung wäre eigentlich zu erwarten, dass die jungen Menschen erschöpft und müde in den Morgen starten. Wir treffen am Morgen die Jugendlichen wach und engagiert wieder im Camp zum Debriefing der Nacht, wo erste Diskussionsinhalte ausgetauscht werden.

An diesem Morgen startet die Arbeit mit der Hühnerzucht und dem Dreambook mit je einer Hälfte der nun wieder 10 Gruppen. Fünf Gruppen werden je von einem Instruktor in der Arbeit mit dem „Dreambook“ begleitet. Dieses Dreambook wird anhand eines definierten Ablaufes während der folgenden vier Tage erarbeitet. Es geht immer wieder darum sich eine klare, umsetzbare und realistische Zielsetzung zu erarbeiten. Damit diese immer realistischer und sinnvoller wird, werden verschiedene Aufgabenstellungen formuliert und in den persönlichen Büchern schreibend oder malend bearbeitet. Ziel ist es, dass die Jugendlichen ihre Visionen und Träume in Nah- und Fernziele umsetzen können und darauf aufbauend einen Handlungsplan entwerfen. Alle nutzen diese Gelegenheit, wissen sie doch, dass sie sonst keine Gelegenheit mehr dazu bekommen: ohne Eltern, ohne soziales Umfeld oder der Schule, mit denen solche Themen besprochen werden, so wie wir es aus der eigenen Erfahrung kennen.

Die anderen fünf Gruppen vertiefen ihre Kenntnisse in der Hühnerzucht, repetieren die Inhalte aus dem ersten Camp und lernen neue Inhalte hinzu. Die Hühner sind neben dem Gemüseanbau ein wesentlicher Bestandteil für die Sicherstellung der Ernährung und die Möglichkeit, ein kleines Einkommen zu generieren. Obwohl wie bereits beschrieben die Ernährung zumindest für eine Mahlzeit am Tag durch das Netzwerk gesichert ist, ist diese Arbeit notwendig. Denn diese Sicherstellung bedeutet auch gleichzeitig eine Abhängigkeit vom Netzwerk. Das Ziel ist aber, dass die Waisen eigene Ressourcen entwickeln, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Sei es durch eine Ausbildung und einem regelmässigen Lohn oder durch handwerkliche und praktische Fähigkeiten.

Nach dem Mittagessen gehen die einzelnen Gruppen wieder in die Outdooraktivitäten. Die dort benötigten körperlichen und mentalen Fähigkeiten und Fertigkeiten werden immer wieder mit den Visionen, den Zielsetzungen und den Anforderungen des Lebens in Verbindung gebracht.

Bei allem kommt Spiel und Spass nicht zu kurz und zwischen den Aktivitäten, den Lektionen und den Mahlzeiten bleibt Zeit, den Pool und den Fussballplatz zu nutzen oder einfach zu chillen. Alles wird rege genutzt und trotz der langen vergangenen Nacht und dem anstrengenden Tag ist am Abend keine Spur von Müdigkeit oder Verdruss festzustellen.

Read 14006 times Last modified on Samstag, 30 November 2013 18:26