Start in das 2. Jahr Ayoba-YES Programme

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Written by  Published in: AYOBA Life Stories

Auf einen Tag genau sind Tobias Lehmann und Thomas Albiez vom Vorstand des Vereins ayoba am 20.11.2013 wieder in Margate, Südafrika, angekommen um sich vor Ort über die Entwicklungen des YES Programmes ein Bild zu machen. In den ersten Tagen vor Beginn des nächsten Camps braucht es etwas Zeit für die Akklimatisierung. Bei Roland und Sibylle Wenger werden wir freundschaftlich und herzlich willkommen und beherbergt. Die Akklimatisierung bezieht sich dabei weniger auf das sommerliche Wetter sondern mehr auf die drastischen sozialen, ökonomischen und gesundheitlichen Unterschiede, der Schere von erster und dritter Welt, denen wir hier begegnen und in die wir etwas eintauchen können.

So sind die ersten Tage vor Beginn der vierten Durchführung des Camps geprägt von Informationen über die erforderlichen Anpassungen des Inhaltes für das 2. Jahr, dem Take off, und der Zusammensetzung der Teilnehmer, aber auch von Besuchen in der Region aus welcher die Aids Waisen kommen.

Aufgrund der Erfahrungen aus der Durchführung der ersten drei Camps (Click 1-3) im vergangenen Jahr im Sweetdale Camp und der entstandenen Dynamik draussen im Gebiet, aus welchem die Kinder kommen, mussten einige inhaltliche Anpassungen getätigt werden.

Absicht des YES Programmes ist es nach wie vor, die Aids Waisen auf eine hoffnungsvolle Zukunft durch Aufbau von Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und technischen, gesundheitlichen und sozialen Fertigkeiten und Fähigkeiten vorzubereiten. Erstes und oberstes Ziel ist dabei der Besuch der Schule, der erfolgreiche Abschluss der Highschool und nach Abschluss des dreiteiligen YES Programmes, der Anschluss an ein Studium, eine Ausbildung oder Anstellung.

Aufgrund von Umstellungen innerhalb der staatlichen Schule werden das Take Off der Gruppe A und B zusammen durchgeführt. Dies bedeutet, dass ab Montag 25.11. – Samstag 30.11. 120 Kinder auf dem Sweetdale Camp betreut werden. Mit dabei sein werden vor allem die älteren Jugendlichen, die im nächsten Jahr die High School verlassen und bis dahin alle drei Stufen des YES Programmes durchlaufen haben sollten, damit sie die Chance erhalten, mit ihrem Zugewinn an verschiedenen Fähigkeiten in ein Studium oder eine Anstellung einsteigen zu können. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass die Kinder und Jugendlichen ohne das YES Programm keinerlei Chance hätten, ihre mentale Gesundheit zu entwickeln. Unter mentaler Gesundheit wird in unserem Zusammenhang im YES Programm alles zusammengefasst, was Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Motivation, Kenntnisse zu Lebensführung und Zielsetzungen für ein erfolgreiches Leben anbelangt.

Was ist bisher geschehen?
Am Freitag, 22.11. haben wir uns am Vormittag auf den Weg ins Hinterland von Margate gemacht. Inzwischen hat sich dort das Ziphamakise-ayoba-YES Netzwerk von verschiedenen Drop In Centern aufgebaut, welches sich im Dreieck von Margate im Südosten, Ixhopo im Westen und Durban im Nordosten erstreckt. Vergleichbar ist dieses Gebiet mit der Grösse des Kanton Graubünden.

Aufgrund der gesicherten Bereitstellung von Food Parcels, welche über das Netzwerk Ziphakamise-ayoba-YES verteilt werden, sind die Kinder, welche die Drop In Center oder die Waisenhäuser aufsuchen, besser und gesichert ernährt. Zusätzlich bedeutet es, dass die meisten der Kinder

  • nicht mit leeren Bäuchen in die Schule müssen.
  • weitgehend rund um die Uhr eine Ansprechperson für ihre Ängste und Nöte haben
  • zur Not einen Schlafplatz haben, wenn sie nicht in die Pflegefamilie zurück können.

Das Mansfield Drop In Center haben wir an diesem Morgen besucht. Es ist in einer ehemaligen Missionsstation untergebracht und besteht aus einer Ansammlung von baufälligen eingeschossigen Gebäuden oder Hütten. Eines dieser kleinen Häuser konnte aus dem Engagement vom Sweetdale Camp hergerichtet werden und bietet Platz für einen kleinen Kindergarten. Zusätzlich wird von einer freiwilligen Helferin täglich eine Mahlzeit für die Waisen, welche aus der Schule kommen, gekocht. Auf dem Gelände ist zusätzlich ein Gemüsegarten entstanden, aus dem die Kinder ernährt werden.

Aufgrund einer zweckgebundenen Spende, motiviert aus den Aktivitäten des YES Programmes, konnte eine WC Anlage gebaut werden.

Am Nachmittag besuchten wir das Emseni Waisenhaus, in dem Aids Waisen für eine bestimmte Zeit untergebracht sind, bis sie sich körperlich und mental wieder stabilisieren konnten. Ziel ist es, die Aids-Waisen in ihrem angestammten Gebiet zu belassen, damit sie die Rechte als Angehörige eines Tribes (Stammes) erhalten können. Diese Rechte beinhalten beispielsweise das Recht, ein Stück Land von der Gemeinschaft zugesprochen zu bekommen oder dasjenige ihrer verstorbenen Eltern für sich weiterhin beanspruchen zu können. Aus dem Emseni Waisenhaus werden am Montag ebenfalls einige Jugendliche in das Camp kommen. Diejenigen welche wir getroffen haben, sind voller Erwartung und Hoffnung, weiter an ihren gefassten Lebenszielen zu arbeiten und diesen näher zu kommen. Für das benötigen sie viel Ausdauer und Durchhaltewillen, an denen innerhalb des YES Programmes mit ihnen gearbeitet wird.

Die Fahrt an diesem Tag durch die armen und ärmsten Gebiete des Hinterlandes haben uns einmal mehr aufgezeigt, wie notwendig eine direkte und gezielte Unterstützung ist. Nachhaltig wird diese Unterstützung aber nur, wenn die betroffenen Menschen längerfristig befähigt werden ihr Leben selbst und unabhängig in die Hand zu nehmen und sich nicht einfach ihrem Schicksal ergeben und ein kurzes Leben lang auf Hilfe angewiesen bleiben.

Die ersten Tage hier in Margate haben uns wieder gezeigt, dass das Engagement aller unserer ayoba Mitglieder und Spendern richtig und gezielt ankommt. Und es zeigt auf, wie wichtig jede weitere Unterstützung für die Entwicklung vor Ort ist.

 

 

 

 

Read 13431 times Last modified on Mittwoch, 27 November 2013 10:43